Mahjong - Eine Reise um die Welt Review / Test
In der Classics To Go Reihe veröffentlicht dtp young entertainment verschiedene Umsetzungen von Brett- und Kartenspielen. Ob längere Spielphasen oder nur für Zwischendurch, die Classics To Go fesseln immer und immer wieder. Bereits Solitär konnte in unserem Test überzeugen, weshalb wir gespannt auf Mahjong blickten. Wer selbst noch keine Erfahrungen mit Mahjong gesammelt hat, sollte seine Augen weit aufsperren, denn das Spiel macht süchtig… sehr süchtig.
Die Geschichte
Der Urpsrung von Mahjong ist nicht einfach zu beantworten. Angeblich soll es das Brettspiel bereits vor 4000 Jahren zur Shang-Dynastie gegeben haben, wo es nur den wohlhabenden Menschen erlaubt war, jenes zu spielen. Andere Mythen behaupten sogar, dass Confucius das Spiel erfunden habe. Nachweislich ist dies alles nicht, denn die ältesten Beweise gehen nur in das Jahr 1870 zurück. Der Amerikaner Joseph Park Babcock brachte das Spiel etwa in den 20er Jahren von Asien mit nach Amerika, wo es sofort zum Kassenschlager wurde. Weltweit wurden extra Fabriken erschaffen, um die Nachfrage stillen zu können. Dann folgten kurz danach erste Majhong-Zeitschriften und Turniere. Letztere wurden sogar so erfolgreich, dass 1937 in New York die National Mah Jongg League gegründet wurde, die einheitliche Regeln einführen wollte. Kurze Zeit später kam Mahjong aus der Mode, das sich bis heute wieder etwas eingedämmt hat. In China hingegen ist das Spiel weiterhin angesagt.
Das Spielprinzip und die Spielsteine
Mahjong besteht aus bis zu 144 Spielsteinen, die auf einem Spielbrett abgelegt sind. Es gibt allerdings auch Spiele, die noch mehr Spielsteine enthalten können, doch das ist bei Mahjong - Eine Reise um die Welt nicht der Fall. Die Spielsteine sind in verschiedene Sets aufgebaut. Das klassische Set enthält die originalen Steine, wie unter anderem chinesische Zahlen, Kreise, Drachen usw. . Weiterhin dürft ihr auch Spielsteine bzw. Sets mit Noten, Spielkarten, Wappen, Blättern, etc. ausrüsten, falls euch die anderen Spielsteine nicht zusagen, denn anfangs sind die chinesischen Spielsteine nicht einfach zu deuten, wie ihr unten auf dem Bild sehen könnt. Die Steine teilen sich nochmals in Bildergruppen auf, was bedeutet, dass es von jedem Stein insgesamt 4 Stück gibt. Nun ist es bei dem DS-Spiel so, dass eine andere Variante zum Einsatz kommt, als die Chinesen spielen. Die Entwickler beschreiben das mit der “Solitaire-Version”. Nebenbei gibt es allerdings auch eine abgespeckte klassische Version, die nicht ganz so komplex wie das Urspiel ist.
Das Spielprinzip sieht in der “Solitaire-Version” so aus, dass ihr die Steine durch gleiche Paare auflösen müsst. Da die Spielsteine an einigen Stellen mehrfach übereinander angeordnet sind, können nur die sichtbaren Steine aufgelöst werden. Wenn ihr also den folgenden Stein zweimal auf dem Spielbrett entdeckt, ist das ein Paar was aufgelöst werden kann und vom Spielbrett anschließend verschwindet.
Was jedoch nicht geht, ist folgende Kombination. Das Bambus-Set gehört übrigens den chinesischen Spielsteinen an.
Allerdings wäre es unter Umständen zu einfach, wenn sich alle sichtbaren Spielsteine auflösen lassen, weshalb nur “äußere” Steine verwendet werden dürfen. Ist ein Spielstein von zwei anderen umgeben, dann können nur die zwei äußeren gespielt werden.
Die Reise beginnt
Eine Reise um die Welt ist nicht einfach nur so gewählt, sondern der Titel hat eine Bedeutung. Im Turnier verschlägt es euch durch die weltweit verschiedensten Länder, in die euch euer Meister geschickt hat, um gegen die besten Mahjong-Spieler anzutreten. Im Vordergrund steht, dass ihr pro Land erst drei Vorrunden absolvieren müsst, um in einer Finalrunde gegen einen Computer-Spieler zu spielen, damit ihr ins nächste Land reisen könnt. Zu Beginn wählt ihr das erste Land aus und bekommt sofort einige interessante Infos. Über jedes Land dürft ihr euer Wissen auffrischen, was eine sehr nette Idee ist. In den drei Vorrunden finden sich unter den Spielsteinen Juwele versteckt, die in der finalen Runde beliebig eingesetzt werden dürfen. Das System wählt die drei Juwelen am Schluss bzw. in der Finalrunde per Zufall aus, die sich dann in diverse Items verwandeln. Die Items selbst sind allerdings in jeder Runde möglich, die per Zufall auftauchen können. So gibt es Dynamit, Wirbelsturm, magische Hand, magisches Auge und die Sanduhr. Da das Spiel auf Zeit geht, gibt euch die Sanduhr 10 zusätzliche Sekunden. Mit dem Dynamit lassen sich einige Spielsteine wegsprengen, mit dem Wirbelsturm einige Steine wegfegen und mit dem magischen Auge lässt sich kontrollieren, was unter den Spielsteinen für andere Spielsteine liegen. Hilfreich kann vor allem die magische Hand sein, denn mit ihr könnt ihr für ein paar Sekunden etwa aufeinander liegende Steine verschieben.
Ist ein Zug nicht mehr möglich, dann ist das Spiel beendet. Auf dem oberen Bildschirm könnt ihr neben Zeitanzeige und diversen anderen Dingen auch sehen, wie viele Paare im Moment aufgelöst werden können. Das kann besonders dafür hilfreich sein, um die Items gezielt einzusetzen. Selten taucht zufällig das goldene Paar auf. Konntet ihr es auflösen, dann ist die Spielrunde sofort gewonnen.
Der Finalkampf teilt sich etwas anders als die normalen Runden auf. Der untere Bildschirm wird in zwei Hälften gespalten, wobei der Computer-Gegner in der linken und ihr in der rechten Hälfte ums Gewinnen kämpft. Auch hier gilt: Wer die Spielsteine als erstes vollständig aufgelöst hat, der hat das Spiel gewonnen. Um dem Gegner jedoch sprichwörtlich Steine in den Weg zu legen, sollten schnelle Combos ausgeführt werden. Sobald ihr ein Paar nach dem anderen schnell nacheinander auflöst, bekommt euer Mitstreiter zusätzliche Steine auf sein Spielbrett gelegt.
Sonstiges
Neben dem Turnier und dem klassischen Spielmodus steht euch auch der Einzelspieler zur Verfügung. Dort dürft ihr spontan aus vorgefertigten Spielbrettern wählen. Anders als im Turnier, gibt es im Einzelspiel keine Items, Juwelen oder Zeitbegrenzungen. Wer gegen einen Freund antreten möchte, darf dies im Zweikampf tun, bei dem alternativ auch gegen den Computer-Gegner gespielt werden kann. Der Zweikampf richtet sich nach der Finalrunde aus dem Turnier. Aber auch eigene Spielbretter erstellen oder gar eine Demo an einen anderen DS senden ist möglich.
Das klassische Spiel gleicht in gewisser Weise dem Kartenspiel Rommeé, das für 4 Personen ausgelegt ist. Die Spieler haben dabei die Aufgabe, durch das Ablegen und Aufnehmen von Spielsteinen verschiedene Spielfiguren zusammenzustellen. Hat jemand aus 13 Steinen ein komplettes Spielbild erstellt, hat er das Spiel gewonnen. In dem DS-Spiel ist, wie bereits erwähnt, die vereinfachte Variante davon enthalten, in der ihr um Punkte spielt.
Die Technik
Technisch präsentiert sich Mahjong - Eine Reise um die Welt in solider Aufmachung, die keine Wünsche offen lässt. Alles ist gut illustriert und designt worden, was das Spielgeschehen angenehm beeinflusst. Was jedoch negativ ins Gewicht fällt, sich aber nicht auf die Spielbewertung legen lässt, ist der Bildschirm des DS. Die Spielsteine selbst sind relativ klein, was mitunter sehr anstrengend für die Augen sein kann. Immerhin wurde von den Entwicklern dafür gesorgt, dass ihr mit einem Knopfdruck die Ansicht vergrößern könnt. Das Spiel lässt sich auf einem DS Lite etwas besser als auf einem alten DS spielen, da die Helligkeit und das Display dort deutlich besser sind. Die Musik ist nicht unbedingt ein Knaller, aber dafür passend und zu keinem Zeitpunkt nervig.
Wir bedanken uns bei dtp young für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
(Fazit weiter unten)
| Game Facts | |||
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Entwickler: KRITZELKRATZ 3000 |
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| Review | Mahjong - Eine Reise um die Welt | |
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Steuerung Die Steuerung findet komplett über den Touchscreen statt, während ihr mit den Buttons verschiedene Befehle ausführen könnt. |
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Grafik Grafisch sieht das Spiel recht hübsch aus. Die kleinen Spielsteine können durchaus anstrengend für die Augen sein, auch wenn sich das Spielfeld vergrößern lässt. |
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Sound Nicht weltbewegend, dafür aber zum Genré passend. |
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Spielspaß Durch diverse Spielmodi und vielen Herausforderungen möchte man das Spiel nicht mehr aus den Modulschacht nehmen. |
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Sonstiges |
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85% |
Fazit Mahjong begeistert ähnlich wie bereits Solitär auf erster Linie. Das Spielprinzip macht äußerst süchtig, da es auf simple aber effektive Weise die Spieler unterhält. Schön ist auch, dass sich die Spielsteine in ihrem Aussehen ändern lassen. Durch die interessanten Hintergrundinformationen zu Ländern bessert man nicht nur sein Wissen auf, sondern taucht auch direkt in das Spiel ein. Die übereinander liegenden Steine trainieren übrigens unbewusst das räumliche Denken. Mit den Classics To Go von dtp young kann man nichts falsch machen. |
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27. Juli, 2008 um 9:09 pm
Das erinnert mich an den wunderbar tragischen Film “In the Mood for Love”. Die Nachbarschaft (vorwiegend die Frauen) der Protagonistin verschloss sich abends ganz inbrünstig in der Welt von Mahjong.
Eigentlich ist die Bemerkung fehl am Platze, aber damit verbinde ich jedenfalls das Spiel.
27. Juli, 2008 um 11:31 pm
naja dafür gibt es zuviel solche spiele schöner und billiger für den pc als dass man sich da die augen kaputt machen müsste am ds.