Mein Vital Coach Review / Test
Der Nintendo DS läutete die Ära zu völlig neuen und innovativen Spielen ein. Nachdem Dr. Kawashima für eine Welle an Gehirnjogging Spielen sorgte, fanden auch andere kuriose Titel ihren Weg auf die mobile Konsole. Seitdem nun auch Wii Fit die Massen im Fitnesswahn hält, gab es bisher kein vergleichbares Programm auf dem DS. Spielend zur Traumfigur. Mit diesen Worten schickt Ubisoft das Spiel Mein Vital-Coach ins Rennen und hält die Gamer ab sofort fit. Mit dabei ein Hardwarezusatz und ein Gesamtkonzept, das sehr vielversprechend ist.
Spielend zur Traumfigur! Das klingt doch spannend! Spielen und dabei abnehmen oder sich fit halten. Mein Vital Coach ist nicht als ein herkömmliches Spiel anzusehen, sondern eher als Programm, das euch bei euren Zielen unterstützt. Der Test wird zum Teil aus der “Ich-Perspektive” erzählt. Ich (Sebastian) bin hauptberuflicher Spielejournalist und ein Knackpunkt bei diesem Beruf ist, dass die Bewegung größtenteils darunter leidet. Zwar treibe ich Sport und bin auch sonst recht aktiv, doch der Job ist eine echte Herausforderung, da man meinen kann, dass man länger als 24 Stunden am Tag arbeitet. Bewegung ist wichtig, denn nur so hält man sich fit. Kombiniert man das jedoch mit der richtigen Ernährung, dann ist alles bestens. Und genau da knüpft Mein Vital Coach an. Das Programm unterstützt euch sowohl bei der täglichen Bewegung als auch bei der Ernährung. Klingt doch toll, oder? Ist es auch, denn ganz ehrlich: Solch ein Programm für unterwegs hat mir wirklich gefehlt. Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema und kann sagen, dass es ein ähnliches Programm für Handys und PCs gibt, doch es ist bei weitem nicht so ausgereift. Wusstet ihr, dass rund 70 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen in Deutschland an Übergewicht leiden? Das ist leider die bittere Wahrheit. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Sabrina Mockenhaupt entwickelt, Deutschlands erfolgreicher Langstreckenläuferin und Olympiahoffnung.
Das Pedometer
Wir bekamen also das Paket von Ubisoft, ich packte es aus und fand eine etwas größere Packung als normal vor. Kein Wunder, denn dem Programm liegt ein Pedometer dabei. Einigen unter euch sicherlich auch als Schrittzähler bekannt. Das Gute hierbei ist, dass ihr noch immer den normalen Spielepreis zahlt und nicht extra für die zusätzliche Hardware. Auch Batterien sind schon mit drin, so dass es gleich losgehen kann. Die Hardware selbst wurde von dem bekannten Hardware-Hersteller Thrustmaster entwickelt. Anfangs sollte der Klipp befestigt werden, damit das Pedometer an der Hose getragen werden kann. In der Praxis war das Befestigen des Klipps jedoch nicht ganz so leicht, da er nur mit mittlerer Gewalt hinein ging.
Oben prangt ein LCD-Display, das die aktuellen Schritte anzeigt und bei Bedarf mit dem Reset-Button auf 0 (null) gebracht werden kann. Doch einen entscheidenden Nachteil hat das Ganze: Der Reset-Knopf ist ungeschützt, so dass eine ungewollte Berührung vorprogrammiert ist. An der Unterseite ist ein Steckplatz für den GBA-Slot des DS, der durch einen Gummiaufsatz geschützt wird, damit die Kontakte während des körperlichen Gebrauchs nicht verschmutzt werden. Zwar sieht das Pedometer im Vergleich zu vielen anderen nicht gerade stylisch aus, doch es erfüllt seinen Zweck ganz gut. Ab und zu schleicht sich das Gefühl ein, dass die Technik etwas zu sensibel reagiert, da bei fast jeder noch so kleinen Bewegung ein Schritt gezählt wird. Immerhin kann man den Schrittzähler mehr oder weniger justieren, auch wenn es nur von der Position abhängig ist.
Die Programm-Struktur
Der Anfang ist leicht verständlich und lässt sich alle Zeit der Welt, die Sachen auch richtig zu erklären. Gleich zu Beginn müssen diverse Daten angegeben werden, wie etwa das Gewicht und die Größe. Daraus berechnet das Programm den BMI bzw. den Body-Mass-Index, ein Richtwert zur Bestimmung von Übergewicht. Habt ihr das gemeistert, geht es auch schon fast los mit den ersten Aufgaben. Es gibt zwei Hauptmenü-Punkte. Einmal Tägliche Sitzung und Rucksack. Wir widmen uns aber zuerst der täglichen Sitzung. Das Pedometer angeschlossen, speise ich die ersten Daten ein. Alternativ, sofern ihr das Pedometer nicht erst anschließen wollt, dürfen die gelaufenen Meter oder Kilometer auch manuell eingegeben werden. Das Programm gibt einen Richtwert vor, wie viele Schritte an dem aktuellen Tag gelaufen werden müssen.
Der nächste Punkt auf meinem Tagesablauf heißt Aufgaben. Ich hole mir also die beiden ersten Aufgaben und darf mir eine davon heraussuchen. 10 Mal hintereinander aufstehen und hinsetzen oder für heute den Salzstreuer im Regal stehen lassen. Ich entscheide mich für letzteres, da ich die Sache langsam (
) angehen möchte und markiere diese Aufgabe als erledigt. Später sind die Aufgaben ziemlich gut ausbalanciert. Etwa 10.000 Schritte gehen, was sich zwar viel anhört, doch nicht einmal die Mindestmenge ist, die man täglich wirklich läuft. Das bedeutet also, dass diese Schritte zusätzlich zu den täglichen Aktivitäten gemacht werden sollten. Eine andere Aufgabe wäre, dass ein Spaziergang von einer Stunde ansteht.
Neben den Aufgaben ist der der Punkt Körperliche Aktivität sehr wichtig. Sich fit halten und dabei vielleicht noch Abnehmen, das funktioniert nicht auf Dauer ohne Bewegung. Ich selbst mache viel Sport, da ich das zum Ausgleich meiner Arbeit gebrauche. Das Programm fordert dazu auf, entweder eher oberflächlich oder aber detailliert zu antworten. Ich nehme detailliert, weil das mehr Sinn macht. Dort wählt ihr unter verschiedenen Sportarten und Aktivitäten aus und gebt an, wie lange ihr das ausgeführt habt.
Mit Punkten auf zum richtigen Körpergewicht
Während die Eingabe also stattfindet, errechnet das Programm gleichzeitig Punkte, die wie ein Atom-Symbol aussehen. Folgend spreche ich einfach von Ernährungspunkten. Die Ernährungspunkte sind sehr wichtig, denn sie zeigen an, wie viele davon an einem Tag verbraucht werden können. Das Prinzip ist ähnlich wie Weight Watchers und berechnet sich mehr oder weniger aus Kilokalorien eines Produktes. Je mehr Sport ihr macht, desto mehr Ernährungspunkte werden dem aktuellen Tag gutgeschrieben.
Da wir selbst nicht rechnen müssen, sondern das Programm uns die Last abnimmt, geht es auf zur Ernährungsbalance. Und genau dort liegt der Sinn des Ganzen. Ähnlich wie bei den körperlichen Aktivitäten, dürft ihr eure Angaben schnell oder detailliert machen. Hier empfiehlt es sich natürlich auch wieder, dass ihr detailliert auswählt. Die Nahrungsmittel sind in verschiedene Klassen aufgeteilt. Es gibt etwa Beeren, Obst, verschiedene Sorten Gemüse, Fleisch- und Fischprodukte, Milchprodukte, Süßes, … . Die Auswahl ist sehr groß und meistens ausreichend. Habt ihr also eure gegessenen Mahlzeiten ausgewählt, dann geht das auf euer Ernährungspunkte-Konto bzw. wird davon abgebucht. Überschreitet ihr den täglichen Höchstwert, dann treibt am besten noch etwas Sport. Esst ihr zu wenig, müsst ihr mehr essen, denn durch wenig essen nimmt man nicht ab. Wichtig ist dabei das Gleichgewicht zu finden.
Der Rucksack
Im Rucksack finden Ziele, Beratung, Tipps und Spiele sowie Ausweis und Optionen Platz. Die Ziele zeigen euch etwa euren Fortschritt und diverse Statistiken an, damit ihr eure Erfolge stets im Blick habt. Ein relativ cooles Feature ist die Beratung, bei der ihr aus sehr vielen Bereichen wählen könnt. Der erste Bereich ist “Wege zur Gesundheit”. Der Vital Coach, also dieses kleine Männchen, stellt euch verschiedene Fragen, die es per Ankreuzen zu beantworten gilt. Z.B. “Wie würdest du die Beziehung zu deinem Auto beschreiben? 1. Ich lebe sozusagen darin, 2. Es ist praktisch, eins zu besitzen, 3. Auto? Welches Auto?.” Sind alle 10 Fragen beantwortet, wertet das Programm die Antworten aus und gibt es euch einige nützliche Tipps. Zusätzlich dürft ihr auch Aufgaben beziehen, die auf eurer Auswertung basieren.
Zur Auflockerung stehen euch auch Spiele zur Verfügung, die alle irgendwie auf Ernährung und ähnlichen Dingen basieren. Manche der Fragen sind sehr schwer und nicht unbedingt nachvollziehbar. Warum müssen Europäer wissen, wie viele Schritte Amerikaner täglich gehen? Dennoch eine nette Abwechslung, die durchaus Sinn macht.
Die Technik
Die Technik steht natürlich sehr stark im Hintergrund. Eine Strich-Figur bzw. der Vital Coach begleitet stets euer Vorhaben, gibt allerdings sehr seltsame Töne von sich. In einem Moment sind sie lustig, denn das kleine Männchen beherrscht unterschiedliche Gesten, doch der Piepsound ist auf Dauer sehr nervig. Überraschend gut ist allerdings die Musik geworden, denn sie lässt in der Tat keine Wünsche offen. Bei solchen Programmen ist man ja eher simple Musik gewohnt, doch sie kann durchaus überzeugen.
Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
(Fazit weiter unten)
| Game Facts | |||
|
Entwickler: Ubisoft |
||
| Review | Mein Vital Coach | |
|---|---|---|
|
|
||
![]() |
Steuerung Ausschließlich per Touchscreen und Stylus. |
|
![]() |
Grafik Zweckmäßig gehalten, was nicht immer negativ zu verstehen ist. |
|
![]() |
Sound Schöne Musik, dafür aber nervige Strich-Figur. |
|
![]() |
Spielspaß Motivation durch persönliche Meilensteine. |
|
![]() |
Sonstiges |
|
|
84% |
Fazit Die Frage nach einer Bewertung ist natürlich nur sehr schwer zu beantworten, denn hierbei handelt es sich nicht direkt um ein Spiel, sondern um ein Programm. Daher liegen die Schwerpunkte auf anderen Ebenen. Mein Vital Coach bietet sehr interessante Möglichkeiten, seine Fitness und sein Körpergewicht zu kontrollieren. Falls ihr euch das Programm zulegen wollt, damit ihr abnehmt, dann funktioniert es tatsächlich auch nur, wenn ihr dazu Sport treibt. Besonders toll aufgebaut sind die Ernährungspunkte, die ähnlich wie bei Weight Watchers funktionieren. Das Pedometer ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, aber es erfüllt seinen Zweck. Außerdem muss es nicht jeden Tag mit herumgetragen werden, da eine Woche völlig ausreicht, um einen Mittelwert zu errechnen. Mein Vital Coach lohnt sich nicht für Extremsportler, aber für die, die ihre guten Vorsätze vom letzten Jahr endlich in Angriff nehmen wollen. Motivation bietet das Programm genug. |
|
Screenshots
Trailer
Jamie Oliver goes DS
Mein Französisch-Coach: Jetzt lernen wir Französisch auf meine Art
Ubisoft kündigt Mein Vital Coach an
Mein Wortschatz Coach Demo
Aktuelle Releasetermine von Ubisoft









13. Juli, 2008 um 8:03 pm
Hey,
Ich glaube das werde ich mal meiner Freundin schenken *hust*…
Gutes Review (oder heisst es nicht eher guter Review?)
14. Juli, 2008 um 4:32 pm
Warum werden in den Werbefotos solche Spiele immer von Leuten gespielt, die solche Spiele gar nicht nötig haben?
Ich werd’s mir wohl kaufen (müssen *hust*).
Gruß,
qim
14. Juli, 2008 um 5:04 pm
Damit man sieht, was möglich ist
14. Juli, 2008 um 7:13 pm
Ich find das Sinnlos^^ Man weiss doch selbst wie man fit wird und abnimmt…
SINNLOS!!!!
15. Juli, 2008 um 6:59 pm
lol, wenn alle wüssten, wie das geht, dann gäbe es ja keine Käufer für dieses Programm
Ich finde übrigens das Strichmännchen gut gelungen, und die Musik dafür abartig nervig
28. Juli, 2008 um 2:21 pm
Danke für den tollen Bericht….ich werds mir kaufen, weil ich glaube, das der Wille dann größer ist…hoffe ich
29. Juli, 2008 um 3:16 pm
[...] durch Gehirnjogging, Yoga-Training und “Vital-Coaching” der Energieverbrauch eines jeden DS-Spielers inzwischen in astronomische Höhen geschnellt [...]