Ace Attorney: Apollo Justice Review / Test
Nach längerer Auszeit ist Ace Attorney wieder da und bringt einige Neuerungen mit, die zum Teil der Serie einen frischen Aufwind geben. Für Verwirrung sorgt das Spiel dennoch: Bei Ace Attorny: Apollo Justice handelt es sich um den vierten und nicht um den dritten Teil. Der dritte Teil, in welchem Phoenix Wright das letzte Mal als Anwalt fungieren wird, erschien bislang nur in Japan und den USA, wird in Europa allerdings noch 2008 in den Handel kommen. Die wichtigste Änderung ist bei Apollo Justice sicherlich, dass ein neuer Anwalt zum Einsatz kommt. Ob man die gewohnte Umgebung und das warmherzige Gefühl weiter geboten bekommt, zeigt unser Test.
Achtung: Das Review enthält Spoiler, doch wir erzählen nicht zu viel! Entsprechende Stellen sind gekennzeichnet.
Wie alles begann
Die Ace Attorney Reihe lässt sich zwar mit einfachen Worten erklären, doch dahinter steckt viel mehr, als man erahnen kann. 2001 erschien in Japan Gyakuten Saiban für den Game Boy Advance und 2005 folgte eine PC-Fassung unter dem selben Namen. Erst ab 2005 durfte die ganze Welt in die Rolle von Phoenix Wright mit dem Nintendo DS schlüpfen. Phoenix Wright ist der Hauptcharakter der ersten drei Teile und ein junger Anwalt, der in seinem ersten Fall gleich einen Mord aufklären muss, während das Opfer seine ehemalige Tutorin und Vorgesetzte Mia Fey ist. Ihre Schwester Maya Fey kämpft ab dann mit Phoenix Wright Seite an Seite und trifft auf die verschiedensten Charaktere. Die beiden necken sich sehr oft und es wird sogar gemunkelt, dass Maya etwas in Phoenix verknallt ist. Die besonderen Merkmale von Phoenix Wright sind seine Igel-ähnliche Frisur und seine tollpatschige Art, die ihm immer aus der Patsche hilft. Neben Maya trifft Phoenix Wright häufig auf Kommissar Gumshoe, der eine nette und störrische Art besitzt.
Mit Ace Attorny: Apollo Justice hält also zum ersten Mal ein neuer Hauptchrakter Einzug, der dem Titel seinen Namen gibt: Apollo Justice. Auf den ersten Blick hat Apollo mit Phoenix nichts gemeinsam, doch dabei ist alles anders, als es manchen Fans vielleicht lieb ist.
[Achtung Spoiler] Apollo Justice tritt seinen ersten Fall an, der natürlich um Mord handelt. Er trifft auf seinen ersten Mandanten und stellt schon bald fest, dass ein alter Bekannter dahinter steckt. Phoenix Wright wird eines Mordes beschuldigt, der nun offiziell Pianist ist, doch inoffiziell ist er einfach nur ein guter Pokerspieler, der seit 7 Jahren kein Spiel mehr verloren hat. Ihr erinnert euch? Er war auch 7 Jahre als Anwalt ungeschlagen. Im Grunde ist der erste Fall super und sehr gut gelungen, doch manchen Fans der Serie könnte das aufs Gemüt schlagen, weil Phoenix im dritten Teil seinen wohlverdienten Ruhestand antritt. Man erfährt nicht viel über Apollo, sondern Phoenix Wright wird mehr und mehr ausgeschöpft und irgendwie in den Mittelpunkt gestellt. Während des Falls lernt Apollo auch Phoenix Tochter Trucy Wright kennen. Seltsam ist dies schon, so ist Phoenix gerade mal Anfang 30 und seine Tochter 15, was viele Fragen offen lässt. [Spoiler ENDE]
Aber nun zu Apollo
Apollo hat die Charakterzüge von Phoenix Wright, denn beide gleichen sich nahezu, als ob sie eineiige Zwillinge wären. Ob dies jedem gefällt ist natürlich Geschmackssache, doch da es sich um einen völlig anderen Charakter handelt, wäre es evtl. wünschenswert gewesen, dass man ihm das auch ansieht. Genauso verhält es sich mit Trucy, die Maya schon ziemlich nahe kommt. Auch die kleinen Neckerein sind untereinander da. Trucy ist eine bekennende Zauberin, die mit ihrem Talent selbst vor Gericht nicht halt macht. Die Rolle von Gumshoe übernimmt nun die attraktive Ema Skye, die alteingesessenen Ace Attorney Spielern schon bekannt sein dürfte. Auf sie trifft man an jedem Tatort und sie ist nett… sehr nett. Statt wie Gumshoe eine große Klappe zu haben, unterstützt sie unser Duo und gibt neue Features frei. Bei einem Fall werden Proben von Fußspuren benötigt, die dann mit vorhandenen Spuren verglichen werden. Also packt sie ihre neu bestellten Utensilien aus (die laut ihr nicht von der Polizei sind) und schon geht die Spurensuche los. Wir füllen einen Fußabdruck mit Gips, föhnen ihn anschließend trocken und nehmen ihn heraus. Nun noch etwas mit Tinte bzw. Farbe einmatschen und den Abdruck auf ein Stück Papier abstempeln. All das passiert komplett mit den Touchscreen-Eigenschaften, doch irgendwie fühlt man sich zu sehr an die Hand genommen. Statt selbst Detektiv spielen zu können, gibt uns Ema alles brühwarm vor. Intuitiver funktioniert es, wenn man einen Fingerabdruck aufspüren muss. Man trägt also das Pulver komplett mit dem Stylus auf und pustet dann ins Mikrofon, so dass das überflüssige Pulver weggeblasen wird.
Das Spielprinzip
Die Fälle sind wie bei den Vorgängern in zwei Stufen aufgeteilt. Zum einen gibt es das Gericht, wo man den Mandanten vertritt und die Zeugenaussagen Stück für Stück zerpflückt, und natürlich die Untersuchungen, bei denen man Beweise sammelt und Zeugen befragt. Wie in einem klassischen Point&Click Adventure durchforstet man die einzelnen Szenarien, bewegt sich dabei aber nie von der Stelle. Ist ein Beweis gefunden, dann steht einem das Symbol „Prüfen“ zu Verfügung. Je nach Gegenstand ist dieser von allen Seiten betrachtbar. Das bedeutet, dass viele der Objekte komplett in 3D gehalten sind und man etwa Fingerabdrücke finden muss. Apropos: Die Grafik ist sehr hübsch gestaltet, was sich vor allem an den wunderbar gezeichneten Hintergründen sehen lässt. Blöd ist nur, dass manche Szenarien erst durch komplizierte Umwege zu erreichen sind.
Die Verhandlungen im Gericht sind genauso spannend und
spektakulär wie in den Vorgängern. Man hat nie das Gefühl, dass man vor Langeweile umkippt, sondern ganz im Gegenteil. Bei mir habe ich es immer wieder beobachtet, dass ich mir sage: „Nur noch die nächste Textpassage, dann mache ich aus“, doch daraus wurde nichts. Unglaublich viel Text, der zwar an einigen Stellen an Rechtschreibefehlern leidet, sich aber sehr angenehm lesen lässt.
Die im zweiten Ace Attorney Teil eingeführten Psyche-Locks existieren übrigens nicht mehr. Stattdessen kommen jetzt Zuckungen und Eigenarten der Zeugen ins Spiel. Die Alternative ist recht erfrischend und gut in Szene gesetzt, aber wird zu wenig in das Spiel integriert. Nehmen wir uns als Beispiel mal einen seltsamen Studenten aus Fall Zwei vor. Er meint, dass er die Wahrheit sagt, doch die Verteidigung ist da anderer Meinung. Zu sehen an dem nervösen Hin-und Herblättern seines Buches, wenn er die Unwahrheit sagt. Selbstverständlich darf man auch wieder einen Einspruch erheben, indem man den Button drückt oder selbst ins Mikrofon schreit.
Die Featureliste hat sich in Apollo Justice nur wenig erweitert, was nicht unbedingt tragisch ist. Mit dabei sind natürlich die Emotionen der Charaktere, die in unterschiedlichen Situationen auch unterschiedliche Gesten drauf haben. Apollo macht es Phoenix Wright nach und zeigt identische Eigenschaften in der Mimik, genauso wie die Zeugen, bei denen sich ein herber Rückschlag im Gesicht abzeichnet. Schade ist dennoch, dass es insgesamt zu wenig von diesen Emotionen und Animationen gibt.
Musikalisch wie immer ein Traum
Typisch Ace Attorney ist auch der Sound und die Musik. In Japan gibt es bereit unzählig viele Soundtrack-Sampler, die von einem Orchester gespielt werden. Die bekannten Musikstücke sind wieder mit dabei, erscheinen aber trotz ihres vierten Auftritts nicht ermüdend. Immerhin sind einige neue Musikstücke enthalten, die etwas mehr Pepp in das Spiel bringen. Eine Sprachausgabe fehlt auch diesmal, was jedoch nicht als Minuspunkt angesehen werden sollte. Bei dem vielen Text wäre es technisch einfach unmöglich gewesen. Apollos Stimme hört man in einigen Worten, wenn er z.B. Einspruch mit seinen Stimmbändern aus Stahl schreit.
Wir bedanken uns bei Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
(Fazit weiter unten)
| Game Facts | |||
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Entwickler: Capcom |
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| Review | Ace Attorney: Apollo justice | |
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Steuerung Intuitive Touchscreensteuerung mit Point&Click-Einlagen, die man auch gegen das simple Steuern mit den Tasten und dem Steuerkreuz eintauschen kann. |
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Grafik Detaillierte Hintergründe und sehr hübsch animierte Charaktere, die unterschiedliche Gesten und Charaktereigenschaften besitzen. |
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Sound Gewohnt stimmiger Soundtrack, der wenig neue Musikstücke bietet, aber auch nach Jahren noch begeistern kann. |
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Spielspaß “Noch eine Textpassage, … noch eine Untersuchung”… man kommt einfach nicht davon los. |
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Sonstiges |
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82% |
Fazit Die Frage, was man dem Spiel denn für eine Bewertung geben könnte, ist wirklich nur sehr schwer zu beantworten. Zum einen findet zwar ein vollkommen neues Spiel im Modulschacht Platz, doch im Nachhinein bekommt man zu wenig Neues geboten. Apollo Justice rückt mehr in den Hintergrund und man erfährt fast nichts über ihn. Die exzellenten Fälle bzw. die Story machen das allerdings wieder wett. Unglaublich stimmungsvolle Passagen und spannende Auftritte versetzen die Spieler in einen Rauschzustand, der einfach nicht abklingen möchte. Ace Attorney: Apollo Justice ist nicht nur für Fans wieder ein absoluter Pflichtkauf! Worauf wartet ihr noch? |
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Galerie
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9. Juni, 2008 um 8:58 pm
das spiel is doch nich neu.
Habs doch schon seit 2monate als * mit apollo justice in deutsch !
Edit by Admin: Auch noch so dreist sein und öffentlich die Raubkopiererei anpreisen!