Solitär (dtp young) Review / Test

?? Karten- und Brettspiele begeistern seit Jahrhunderten die Menschheit durch immer wieder neu geschaffene Situationen. Irgendwann in den 90er Jahren wurde jedoch ein Kartenspiel namens Solitär so berühmt, dass selbst Bürocomputer von der Sucht der Spieler nicht verschont blieben. Heute ist Solitär neben Sudoku und Poker sowohl als Karten- als auch Brettspiel nicht mehr wegzudenken. Da gerade der Nintendo DS hervorragend für solche Art von Spielen gemacht ist, springen zahlreiche Publisher auf Nintendos Zugpferd. dtp young bringt mit Solitär die Klassiker auf eine geschmeidige Größe, welche gar nicht mal so schlecht dabei abschneiden.

Wo Solitär wirklich herkommt

Der Begriff Solitär ist unterschiedlich einzustufen. Zum einen gibt es ein altes Brettspiel, welches den Namen trägt und zum anderen ein Kartenspiel. Das Kartenspiel Solitär bzw. der bekannteste Ableger Klondike wurde 1989 von dem Microsoft Mitarbeiter Wes Cherry entwickelt. Schon bald wurde ab 1990 das Kartenspiel bei jedem Windows Betriebssystem beigelegt. Ab dem Zeitpunkt begann eine regelrechte Manie in Büroräumen, die auch heute noch anhält. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass es Solitär auch als Solo-Brettspiel gibt. Die Grundform ist wie ein Kreuz aufgebaut und besitzt 32 Spielsteine auf 33 Feldern. Erstmals tauchte das Brettspiel 1687 auf einem Porträt von Claude-Auguste Berey auf und wurde wahrscheinlich bereits am Hofe des Sonnenkönigs gespielt.

 SolitaerArtwork_01

Das Videospiel Solitär von dtp young enthält mehrere Varianten des Karten- und Brettspieles. Dabei gibt es 12 Variationen des Kartenspieles und 6 Variationen des Brettspieles. Am Anfang stehen jedoch nur wenige davon zur Verfügung, da man den Rest erst freispielen muss. Natürlich werden die Eigenschaften des Nintendo DS vollkommen ausgenutzt. Die Karten bzw. die Spielsteine lassen sich über den Touchscreen bewegen, während man sogar bei einigen Spielvarianten ins Mikrofon pusten kann, um die Karten neu zu mischen. Fängt man zum ersten Mal ein neues Spiel an, darf man seine eigene Spielkarte gestalten. Entweder man schreibt seinen eigenen Namen mit dem Stylus drauf oder lässt seiner Fantasie dabei freien Lauf und erstellt ein Muster. Eine Spielkarte dient quasi als Profil, wovon insgesamt 3 Stück angelegt werden können.

Interessant ist vor dem jeweiligen Spielstart der Infobildschirm, der unter anderem die Variante des Spieles, Schwierigkeit, das benötigte Können und die Gewinnchance anzeigt. Damit können Spieler selbst einschätzen, wie schwer eine Variante wirklich ist. Aber auch Undo Funktionen gibt es, falls man sich für einen falschen Spielzug entschieden hat. Aber Vorsicht: Die Spielzeit wird um 5 Sekunden erhöht. Neben einer Hilfefunktion, die mögliche Spielzüge anzeigt, darf man seinen Freunden sogar eine Demo von Solitär zukommen lassen. Ein nettes Gimmick sind Rekordanzeigen und Zeitanzeigen mitten im Spiel, die von anderen Spielern aufgestellt wurden.

Das Kartenspiel

Wie bereits erwähnt, sind insgesamt 12 verschiedene Varianten vom Kartenspiel enthalten. Mit dabei sind Klondike, Yukon, Thumb & Pouch, Black Hole, Pyramid, Flower Garden, Memphis, Los Angeles, Woodstock, Scorpion, Golf und Canfield.

Solitaer_DScreen_09 Bei Klondike liegen auf dem Spieltisch 4 Ablagestapel, die je in der Reihenfolge Ass, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame und König bestückt werden müssen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass man alle Karten in den 4 Ablagestapel ihrer Herkunft zuordnet, also Pik, Herz, Kreuz und Karo. 7 unterschiedliche Stapel plus einem Hilfsstapel helfen den Spielern die Karten untereinander anzureihen und zu verschieben, damit man etwa an untere Karten herankommt, um diese z.b. mit einem der 4 Ablagestapel zu verwenden oder weitere Karten zu verbinden. Innerhalb der 7 Ablagestapel ist es egal, ob man Pik, Herz, Kreuz oder Karo miteinander kombiniert, sofern die möglichen Zahlenwerte eingehalten werden und nacheinander stets eine andere Farbe im Wechsel stattfindet(schwarz, rot, schwarz, …). Zwar klingt das alles recht kompliziert, doch hat man erst einmal ins Spiel gefunden, lässt man die Finger nicht mehr zur Ruhe kommen.

Das Brettspiel

Solitaer_DScreen_17 Falls man von Karten einmal genug hat, kann man sich in einer der 6 Brettspiel-Varianten austoben. Die bekannteste Brettspielform ist ein Kreuz bzw. X aus 32 Spielsteinen und 33 Spielfeldern. Ähnlich wie in einschlägigen Brettspielen dienen die Spielsteine dazu andere Spielsteine zu überspringen, um diese dabei aufzulösen. Doch um das Spiel nicht allzu einfach zu machen, darf man sich nur in horizontaler und vertikaler Richtung bewegen. Das Ziel von Solitär ist, dass am Ende nur ein Spielstein übrig bleibt. Neben der Kreuzform gibt es noch Englisch, 9×9, T, Wiegleb und H.

Technik

Hinter der Technik verbirgt sich ein solides Spiel mit einer angemessenen Grafik und einen angenehmen Soundtrack. Hübsche 3D Animationen bekommt man in Form von fliegenden Karten am Ende eines Spieles auch zu Gesicht.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei dtp young für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts
 

Entwickler: IAS 
Publisher: dtp young entertainment
Genrè: Denkspiel
USK: -
Pegi: 3+
Multiplayer: 1 Spieler
Sprache: Deutsch + weitere Sprachen
Preis: EUR 29,99 / CHF 49,90
Website: dtp-young.com

Review Solitär  
 
Beschreibung
Steuerung
Klassische Touchscreen Steuerung erleichtert das Spiel ungemein.
Grafik
Solide Grafik und hübsche 3D Animationen.
Sound
Angenehmer Sound, der die Spieler stets etwas auflockert.
Spielspaß
Durch die unterschiedlichen Varianten und dem hohen Suchtfaktor lässt man das Spiel in seinen Nintendo DS Modulschacht dauerhaft einziehen.

Sonstiges
+ Solitär
-  Noch mehr Varianten hätten dem Spiel nicht geschadet

88%

Fazit
dtp young bringt mit Solitär einen alten Klassiker in gewohnter Manier auf den Nintendo DS, dessen Charme weiterhin für Suchtmomente verantwortlich ist. Dabei sorgen die unterschiedlichen Varianten des Karten- und Brettspieles für reichlich Abwechslung und fesseln nicht nur Alteingesessene Spieler sondern fordern auch Neueinsteiger. Ausreichende Erklärungen und Spielhilfen beugen Frust vor. Wer gerne Solitär im Taschenformat erleben möchte, macht mit dem Spiel nichts falsch.


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