Assassin’s Creed Altair Chronicles Review / Test

   
Als der Titel Assassin’s Creed bereits letztes Jahr für die die XBOX360 und PS3 erschien, heimste das Meisterwerk viel Lob und Kritik ein. Neben einem unverbrauchten Setting, einer tollen Technik und die Möglichkeit, in einer riesigen Spielewelt sein Unwesen zu treiben, war das Spiel zum Teil monoton und weniger abwechslungsreich. Mit der Nintendo DS Version überrascht Ubisoft mit einer sehr gelungenen Technik und im gewohnten Stil. Doch darüber hinaus gibt es einige Kritikpunkte, die das Spiel leider etwas alt aussehen lassen.

 

Geschichtlich spielt Assassin’s Creed im Jahre 1191, als die Kreuzzüge noch das heilige Land erschütterten. Dabei ist die Nintendo DS Version zwar identisch mit den PC-und Konsolen-Versionen, doch angesiedelt ist die Story vor den Geschehnissen der Haupt-Version.  Der Spieler schlüpft wie gewohnt in die Rolle des Assassinen Altair, der durch akrobatische Einlagen über die Dächer von Damaskus und Co. springt. Dieser begibt sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral, welcher die Kreuzzüge beeinflussen kann. Eine der wichtigsten Personen im Spiel ist Rafik, der Leiter der Assassinen. Er gibt dem Auftragskiller Altair wichtige Informationen und Tipps.

Was aber den großen Bruder von der Nintendo DS Version unterscheidet und natürlich auch ausmacht, ist die extrem große Spielwelt mit einer hohen Interaktion. Bekanntlich kann man dies auf dem DS nicht umsetzen, weshalb man eine Art Action-Jump & Run-Adventure bekommt. Das heißt, dass sich Altair nach links oder rechts bewegt und dabei immer in einem gewissen Raum Spiel nach vorne und hinten hat. Der Haupt-Fokus besteht jedoch darin, sich einfach von Punkt A nach Punkt B zu kämpfen und Missionen zu erfüllen.

ACDS_15 Altair wird ausschließlich mit dem digitalen Steuerkreuz und den Tasten gespielt. Da der Hauptcharakter bekannt für seine mutigen Stunts über den Dächern von Jerusalem ist, gibt es auch hier fast keinerlei Einschränkungen. Er klettert geschwind auf Vorsprünge und hüpft über große Spalten. Allerdings gestaltet sich dies nicht immer ganz so einfach. Das ist sicherlich vor allem auf die Bewegungsfreiheit zurückzuführen, da der DS keinen Analogstick besitzt, denn Altair steuert sich etwas kantig. An nicht selten auftretenden Punkten bedarf es auch mehr als nur eine Richtungs- und Sprungtaste zu drücken. Geschick und Abschätzungsvermögen gehören zu einem erfolgreichen Sprung. Die Bildschirme sind so aufgeteilt, dass das Spielgeschehen auf dem oberen Bildschirm stattfindet und sich auf dem Touchscreen eine Minikarte befindet. Die Minikarte ist vor allem für die zahlreich vertretenden Gegnern wichtig. Dort werden unter anderem Bogenschützen, Templer, Wachen und NPCs angezeigt. Schätzt man alle NPCs friedlich, wird man später eines Besseren belehrt. In einigen Abschnitten wird Altair gnadenlos mit Steinen beworfen, so dass das Voranschreiten nur so mit Hindernissen übersät ist.
In gewohnter Assassin’s Creed Manier sollte man stets auf leisen Sohlen durch Städte gehen. Hier versucht man ab und zu einige Schleichpassagen einzubringen, die im “großen Bruder” der Version Standard sind. Mittels der R Taste geht man als “anonymer” Bürger durch die Städte und muss aufpassen, dass man keinen der Mitmenschen anrempelt. Ist das erst einmal geschehen, werden die Wachen aufmerksam und  man muss auf die Dächer flüchten oder sich den Wachen stellen. Neben typischen Kampfattacken und Blockaden, gibt es nichts Neues. Die Kämpfe gestalten sich als recht unspektakulär, was letztendlich als stupides Knöpfe drücken endet. Auch die KI ist nicht gerade ein Paradebeispiel, so reagiert sie eher träge und einfallslos.

Minispiele erhöhen die Abwechslung

Um Manche Missionen erfüllen zu können, ist z.b. ein Schlüssel notwendig.  Was sich dabei auftut, ist eine Art Minispiel. Man schleicht sich an den Gegner heran und packt ihn in einer ruhigen Minute von hinten. Es erscheint der Oberkörper des Feindes, welcher in verschiedene Verwundbarkeitszonen aufgeteilt ist. Dabei wird jede Zone abwechselnd mit einer Zahl markiert. Nun bildet sich ein Kreis um die Zahl, der immer kleiner wird. Sobald der Kreis in etwa gleicher Größe mit der Zahl ist, muss man auf selbige tippen. Das Spielprinzip erinnert an das bekannte Musikspiel Elite Beat Agents, welches ein nahezu identisches Gameplay bietet.

ACDS_minigame Neben den Befragungen gibt es auch die bekannten Taschendiebstähle. Während man sich in der großen Version von Assassin’s Creed langsam an einen Gegner heranschleicht, muss man sehr vorsichtig das Timing kontrollieren. In der DS Version hingegen ist der Taschendiebstahl ein weiteres Minispiel. Was man auf dem Touchscreen zu sehen bekommt, ist der Inhalt von dem Beutel des Gegners. Um erst einmal den Inhalt wahrnehmen zu können, rubbelt man mit dem Stylus über den Touchscreen und entfernt damit die “Dunkelheit”. Jetzt greift man sich den Schlüssel und muss in “Heißer Draht” Manier den Schlüssel durch den Beutel lotsen, so dass dieser nicht an den Gegenständen aneckt.

 

Technik - Der WOW-Effekt tritt ein

Schaltet man den DS das erste Mal ein und startet das Spiel, klappen durchaus die Kinnladen herunter. Alles beginnt mit einer kurzen Einführungssequenz, die komplett in Spielegrafik gehalten ist.  Doch schon an dieser Stelle merkt man, dass der Doppelbildschirm seine ganzen Kräfte spielen lassen muss. Gelegentliche Ruckler sind zumindest in den aufwändigen Zwischensequenzen zu erkennen. Die Animationen von Altair sind schön anzuschauen und stets nachvollziehbar. Aber auch die Effekte kommen nicht zu kurz: Herunterfallendes Feuer und verkohlte Stellen am Bildschirm sind sehr gut gelungen. Allgemein dürfte die Optik eine der besten sein, die ein Nintendo DS Spiel bislang zu bieten hat.

Grafik hop, Sound flop? mit Nichten! Eine durchweg fesselnde Soundkulisse bietet orchestralische Klänge, die zum Spiel wie die Faust aufs Auge passen. Besonders aber solche Details wie das Tuscheln von Bürgern oder Vogelgezwitscher geben dem Spiel eine sehr besondere Atmosphäre. Vor einigen Monaten waren wir zu Gast bei Ubisoft, wo unter anderem ein Assassin’s Creed Preview entstanden ist. Unsere Kritik zu den sich wiederholenden Soundloops müssen wir hiermit wieder aufgreifen. Man hört deutlich, wann der Sound endet und von vorne beginnt.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts
 

Entwickler: Ubisoft 
Publisher: Ubisoft
Genrè: Action
USK: 12
Pegi: -
Multiplayer: 1 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 39,95 / CHF 69,90.-
Website: assassinscreed.com

Review Assassin’s Creed Altair  Chronicles  
 
Beschreibung
Steuerung
Während sich Altair wie ein Auto mit Platten in einigen 3D Bewegungen steuern lässt, können die coolen Moves überzeugen.
Grafik
Grafisch gehört Assassin’s Creed Altair  Chronicles zu den Meisterwerken unter den Nintendo DS Spielen.
Sound
Der Sound verleiht dem Spiel eine entsprechende Atmosphäre. Einzig und allein die Sound Loops nerven mit der Zeit.
Spielspaß
Der Titel bietet zu wenig Abwechslung, was auch die Minispiele nicht mehr wett machen können.

Sonstiges
+ Einzigartiges Setting
-  Zu wenig Spieltiefe

78%

Fazit
Es ist sicherlich klar, dass man ein richtiges Assassin’s Creed niemals auf dem Nintendo DS realisieren kann. Was der Montrealer Entwickler hier abliefert, ist eine ausreichende Action / Jump & Run Kost in einem schicken 3D Gewand. Zwar gibt es einige Dinge, die man hätte besser machen können, jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man es hier mit einer technisch nicht an die PSP heranreichenden Konsole zu tun hat. Deshalb ist Assassin’s Creed Altair  Chronicles ein gutes Spiel für Zwischendurch, was man durchaus in seiner Spiele Sammlung haben sollte.

Galerie

Trailer


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