Jam Sessions Review / Test

Jam Sessions Nintendo DS ReviewMit dem DS veröffentlichte Nintendo einen Handheld, der sich dank der innovativen Steuerung via Touchscreen offen ist für Neues – auch abseits von reinen Games. Der Erfolg von “Games” via Dr. Kawashima und anderen Programmen, die eigentlich eher dem Anwendungssektor zuzuordnen sind, hat dem Unternehmen aber recht gegeben. Kein Wunder, erscheinen immer mehr Titel dieser Sparte, die oft kaum mehr spielerische Elemente beinhalten, dafür aber den Horizont für andere Anwendungsmöglichkeiten des Handhelds eröffnen. Jam Sessions ist einer davon.

Kurz und bündig auf den Punkt gebracht: In Jam Sessions kann der Spieler mit dem Stylus virtuelle Gitarrenseiten anschlagen, die auf dem Touchscreen dargestellt werden. Eine Pocketgitarre, wenn man so will. Nicht unbedingt eine neue Idee, denn Musikspiele allgemein und ein Produkt aus dem asiatischen Bereich im Speziellen (genannt Sing & Play DS Guitar) haben den Weg für die “Beinahe-Portierung” von Ubisoft geebnet. Jam Sessions beinhaltet aber (zum Glück?) keine J-Pop-Songs, sondern eine ausgelassene Mischung aus bekannten Songs von den Jackson Five, Nirvana, Amy Winehouse und anderen Künstlern.

Nichts für Musikmuffel
Alles schon dagewesen, könnte man also meinen. Ein weiteres Musikspiel mit einer Auswahl an ausgesuchten Titeln, die man als User nachspielen und -lallen darf, ähnlich wie bei Singstar oder Guitar Hero vielleicht. Leider falsch. Jam Sessions bietet zwar sowohl die Noten, das Instrument wie auch die Lyrics, lässt dem User jedoch sehr viele Jam Sessions Nintendo DS ReviewFreiheiten bei der Interpretation. Es wird angezeigt, welcher Akkord wann angeschlagen werden sollte – that’s it. Es gibt weder eine Bewertung eures Rhythmusgefühls, weder Angaben zum Tempo noch der Länge der Noten. Das mag überraschend tönen, aber wie eingangs bereits erwähnt: Jam Sessions ist kein Spiel, sondern eher ein Gitarrensimulator. Es gilt hier nicht Punkte zu sammeln und Highscore Listen zu erklimmen, sondern Spass zu haben beim Nachsingen und -spielen der vorgegebenen Songs. Wer will, kann sich natürlich einen Dreck um die vorhandenen Titel scheren und einfach ein bisschen improvisieren. Nachteil: Musikmuffel und absolut Unmusikalische können mit einem solchen Programm kaum etwas anfangen.

Totale Freiheit
Was Spieler vor den Kopf schlägt, erfreut Freunde der Musik. Die vollkommene Freiheit erlaubt es, dank realistischer Gitarrenklänge, echte Musik mit Jam Sessions zu machen. Der DS lässt sich auch an die heimische Stereoanlage anschliessen, so dass man seine Nachbarn auch in der tiefsten Nacht mit himmlischer Akustik-Gitarrenmusik erfreuen darf. An die 100 verscheidene Jam Sessions Nintendo DS ReviewAkkorde sind möglich, was bedeutet, dass so ziemlich alle Popsongs der Geschichte nachspielbar sind. Wie Miles Davis schon sagte: An Melodien ist sowieso schon alles dagewesen, einzig beim Rhythmus kann man sich als Musiker noch entfalten.
Wer will, kann eigene Kompositionen übrigens auch aufnehmen lassen. Eine nette Funktion, aber nicht unbedingt nötig, denn wer das “Game” ernst nimmt, spielt sowieso über eine Stereoanlage - und kann dort direkt auf ein MD Gerät recorden.

Verwirrung herrscht
Wie schon erwähnt, steuert sich Jam Sessions natürlich mit dem Stylus und Touchscreen. Komplett ohne Buttons kommt man aber nicht aus, denn irgendwie muss man ja die Akkorde festlegen. Dazu dient erstmal das Steuerkreuz – wers komplizierter mag, darf mit den restlichen Buttons noch zwischen Dur und Moll sowie Tonlagen wechseln. Das Steuerungsprinzip tönt naheliegend, ist jedoch, vor allem zu Beginn, relativ mühsam. Dazu kommt die Tatsache, dass Jam Sessions eine akustische (oder auch spanische) Gitarre imitiert. Diese spielt in vielen der vorgespeicherten Songs nicht unbedingt eine Hauptrolle, sondern dient lediglich als Begleitung, während die Hauptmelodie (quasi der eigentliche Ohrwurm) durch die Stimme vorgegeben wird. Das bedeutet auch, dass trotz eventuell vorhandener Gitarren- oder allgemein Musikkenntnisse die Songs oft nicht so tönen, wie sie sollten. Erst wenn man auch wirklich mitsingt, macht Jam Sessions Sinn. Dies gilt natürlich nur für die rund 40 Titel – wer im Freestyle-Modus zur Gitarre greift, kann natürlich auf Gesang verzichten (je nach Begabung sehr empfehlenswert).

Technisches
Ja, jetzt wird es spannend. Grafisch gewinnt Jam Sessions garantiert keinen Blumentopf – aber das ist auch völlig egal. Die Optik ist bei diesem Programm absolut nicht entscheidend, weshalb wir auch nicht länger darauf eingehen wollen. Viel Jam Sessions Nintendo DS Reviewinteressanter ist der Sound, und der ist den Entwicklern wirklich sehr gut gelungen. Die Gitarre tönt erstaunlich echt und vor allem zu Beginn ertappt man sich immer wieder dabei, wie ein Musiker verschiedene Akkorde auszuprobieren und die danach gefundene Melodie mit einem fetten Grinsen zu quittieren. Zusätzlich bietet Jam Sessions eine Menge an Optionen, um den Klang zu verändern. Wer mag, kann Effekte zur Verzerrung des Tons einfügen, Echo, mehr oder wenier Bass ordern sowie unzähligen weiteren Einstellungsmöglichkeiten frönen. Zudem ist es möglich, zusätzlichen Rhythmus durch das Loslassen des Steuerkreuzes zu erzeugen, was zu einem sofortigen Abbruch des Akkordes führt.

Fazit
Geht man von Jam Sessions als Spiel aus, dann gewinnt das gute Teil leider keinen einzigen Blumentopf. Das Nachspielen der Titel ist zwar spassig, jedoch derart unspektakulär inszeniert, dass es im Vergleich mit Grössen wie Guitar Hero wie ein Mauerblümchen klingt. Betrachtet man das Programm jedoch als “Pocketgitarre” mit vielen Freiheiten und Möglichkeiten, bietet sich ein komplett anderes Bild. Jam Sessions macht, vor allem für musikalisch Interessierte, enorm viel Spass. Wir empfehlen dringend, den DS an eine Anlage anzuschliessen, denn erst damit werdet ihr euch Feinde im Mehrfamilienhaus schaffen. Es stellt sich jedoch ein bisschen die Frage, ob ernsthafte Musiker nicht gleich eine richtige Gitarre kaufen möchten, denn die gibts schon relativ preiswert..

Wertung Jam Sessions Nintendo DS
USK: ohne Altersbeschränkung
PEGI: 3+
Multiplayer: -
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 16.95 / CHF 69.-
Website: www.ubi.com/DE/Games/Info.aspx?pId=5896


Jam Sessions DS

Geheimakte Tunguska - 5 Impressionen

Puzzle Quest ab morgen im Handel

Geheimakte Tunguska Impressionen

‘Jam Sessions Performance Bundle’ enhüllt

Hinterlasse einen Kommentar: