Final Fantasy Fables: Chocobo Tales Review / Test
Es ist eine Kunst, als kleines gelbes Huhn nicht nur eine tragende Funktion in einem Videogame einzunehmen, sondern später sogar eigene Spieleableger zu produzieren. Die Chocobos aus der Final Fantasy Reihe haben es geschafft und nach dem Mario-Vorbild auch andere Genres in Angriff genommen (etwa mit dem witzigen Chocobo Racing). Mit Final Fantasy Fables: Chocobo Tales bringt Hersteller Square Enix nun ein weiteres Spiel auf den Markt, dass sich ausschliesslich den Chocobos widmet. Und das erst noch ziemlich erfolgreich!
Die Story von Chocobo Tales ist, typisch für japanische Rollenspiele, etwas wirr. Auf jeden Fall muss man wissen: Der User ist Chocobo, Bebuzzu heisst der fiese Bösewicht des Games und vier magische Kristalle trennen ihn noch von seiner überwältigenden, kompletten Macht. Zeit für euch (das heisst Chocobo und die anderen Vögel), einzugreifen und die bereits verwandelten und gekidnappten Freunde aus verzauberten Büchern zu befreien. Wie gesagt - eher wirr.
Island-Hopping
Auf der Suche nach den Büchern, welche eure Freunde gefangen halten (symbolisch..), wagt man sich als Chocobo quer durch das
ganze Land beziehungsweise über die ganze Insel. Anders als die Story beweist das Spielprinzip ziemlich schnell, dass es auch Erwachsene Personen durchaus noch faszinieren kann - nichts mit dem sprichwörtlichen Kinderspiel. Die Welt der Chocobos ist zwar nicht wahnsinnig gross, bietet aber eine Menge an kleinen Quests, Überraschungen und sonstigen Dingen, die man entdecken darf. Das Hauptaugenmerk liegt aber, wie bereits erwähnt, auf den Büchern. Wird eins gefunden, schaltet das Game in einen Minispielmodus, der mit abwechslungsreichen und fantasievollen kleinen Games aufwartet. Die Minigames wurden exzellent integriert und machen, ganz anders als bei vergleichbaren Produkten, eigentlich immer Sinn. Oft finden sich darin Anspielungen auf das Final Fantasy Universum Übrigens lassen sich alle Spiele mit dem Touchscreen und Stylus steuern, Button smashing ist nicht.
Yu-Gi-Oh! lässt grüssen
Die Japaner lieben Kartenspiele, was sich auch hier einmal mehr deutlich zeigt. Anstatt nämlich nur immer mit Minigames gegen die Gegner anzutreten, muss man bei End- und Bossgegnern mit Karten ran. Dass System erinnert dabei stark an Yu-Gi-Oh: Aus
eingesammelten Karten darf man sich selbst ein taktisch möglichst vorteilhaftes Deck zusammenstellen, mit dem dann gegen den Feind angetreten wird. Danach gilt: Karte gegen Karte. Wer zuerst alle Punkte hat, gibt den Löffel ab. Tönt vielleicht jetzt etwas lahm, in der Praxis macht das aber wirklich Spass. Als Clou haben die Entwickler diesen Modus sogar für den Multiplayerpart freigegeben, wobei der aber zuerst offen geschalten werden muss.
Mit der Zeit werden die Duelle und auch Minispiele komplexer und schwieriger. Für Kinder ist das Spiel ab einem gewissen Stadium kaum mehr geeignet, da die Herausforderungen wirklich tough sind und auch Erwachsene oft kurz vor die Verzeiflung treiben. Womit wir auch schon bei einem wirklich üblen Fehler sind: Die Zwischensequenzen muss man sich nach verlorenem Spiel und erneutem Versuch wieder anschauen. ARGH.
Farbig, bunt, schrill
Wer Final Fantasy III gespielt hat, weiss ungefähr, was grafisch auf ihn zukommt. Die Programmierer haben dieselbe Engine genutzt,
allerdings farblich ganz andere Register gezogen. Chocobo Tales ist extrem bunt, was toll zu den Minispielen und der leicht abgedrehten Story passt. Die Action wird auf dem unteren Screen dargestellt, während der obere eine Karte zeigt, damit man auf der Insel die Übersicht behält. Vielleicht mag der grafische Stil hier im Westen nicht auf so viel Resonanz stossen wie in Japan, von der Qualität her gibt es aber kaum etwas zu meckern.
Auch die Musik und Soundeffekte wurden gut umgesetzt. Wiederum werden Veteranen einige Melodien kennen, da es sich zum Teil um geremixte Songs von Nobuo Uematsu handelt. Für ein DS Game ist es aber immer schon ein Kompliment, wenn man den Sound während dem Spielen nicht abschalten muss - und das ist hier der Fall.
Fazit
Es ist schade, aber wahrscheinlich ist Final Fantasy Fables: Chocobo Tales eines der Spiele, dass aufgrund seiner grafischen Präsentation viele Gamer abschreckt. Auch wer zuvor schon mit dem Final Fantasy Universum und den Chocobos in Berührung kam, könnte das Spiel schnell als Ableger für die “Kleinen” beseite tun. Tatsache ist: Bei den ersten paar Minispielen hätten wohl auch Kinder ihre Freunde, dann ist aber fertig mit lustig. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch und allgemein ist das Game, trotz seiner bunten Präsentation, nicht unbedingt auf Kinder ausgelegt. Wer sich einspielt, wird mit einem abwechslungsreichen und interessanten Game belohnt, dass vor allem auch durch seine Karten- und Minispiele auftrumpft.
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USK: ohne Altersbeschränkung
PEGI: 3+
Multiplayer: 4 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 69.-
Website: www.chocobotales.eu.com
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