Magical Starsign Review / Test

Magical Starsign Nintendo DS ReviewDer DS Markt ist überschwemmt von putzigen Kinderspielen wie Biene Maja, Mein Pferdestall oder wie sie alle heissen mögen. Fans von japanischen Rollenspielen bleibt da die Spucke weg, denn vor lauter Stylus und Spracheingabe vergessen diese Games manchmal richtiggehend das Gameplay. Wo bleiben die fantastischen Welten? Die rundenbasierten Kämpfe? Das mühselige Aufbauen und Entwickeln des eigenen Charakters? Na hier: Magical Starsign schickt sich an, die verlorenen Söhne wieder ins Land der Rollenspiele zu holen. Wie sich Brownie Brown und Nintendo geschlagen haben, erfahrt ihr im Review.

Um es vorneweg zu nehmen: Magical Starsign mag ein klassisches Rollenspiel sein, bietet aber eine abstruse Story und noch viel komischere Charaktere. Kurz zur Geschichte: Im Baklava Universum (tönt nach türkischem Dessert) sorgt sich die Irrlicht-Akademie um die Ausbildung zukünftiger Zauberer. Bösewicht Meister Braunkohl (der heisst wirklich so!) will nun aber das Sonnensystem ins Chaos stürzen, weshalb sich die mächtige Zauberin Baiser (heisst das nicht etwas auf französisch…?) auf den Weg macht, den Unhold zu stoppen – vergeblich.

Zauberlehrling mal anders (sprich ohne Potter)
In der letzten Stunde von Frau Baiser erlernt ihr zusammen mit eurer Klasse das Kampfsystem. Magical Starsign Nintendo DS ReviewZuerst gilt es aber, einen eigenen Charakter zu erstellen. Dabei dürft ihr nicht nur Namen, sondern auch Geschlecht und Zauberfokus (dunkel oder hell) festlegen. Genau wie ihr selbst, sind auch eure Mitschüler unterschiedlich begabt und haben je nach zugeordnetem Element (Wasser, Feuer, usw.) Zauberkräfte. Nach dem Verlust der Zaubermama machen sich auch die tapferen Lehrlinge auf, im Kampf gegen den Braunkohl siegesreich zu triumphieren. Leider misslingt schon die erste interplanetare Reise, und die gesamte Klasse wird auf diverse Planeten verteilt. Roadtrip!

Klassisch, klassisch, klassisch
Ab nun wandert ihr mit bis zu 5 Mitstreitern durch das Universum und sucht eure Lehrerin. Magical Starsign entpuppt sich hier entgültig als klassisches Rollenspiel mit Nebenquests, rundenbasierten Kämpfen und Level-Up-System. In Städten kann gehandelt und Magical Starsign Nintendo DS Reviewkonversiert werden (einmal mehr darf ich auf die gelungene Namensgebung gewisser Figuren hinweisen), während in der rauen Einöde um die bewohnten Orte herum gekämpft wird. Siegesreiche Kämpfe ergeben Erfahrungspunkte, welche ab einem gewissen Niveau zu einem Level Up führen, was wiederum die Charakterwerte wie Stärke oder Ausdauer erhöht.
Durch die vielen abwechslungsreichen Planeten haben die Entwickler viel Raum für abstruse Ideen, Völker, Feinde und Grafik geschaffen. Wir wollen an dieser Stelle nicht zuviel verraten, aber schon die witzigen Charaktere sind die Entdeckungsreise definitiv wert. Feind und Freund unterliegt übrigens der Macht der Astrologie: Je nachdem, wie die Planeten zur Sonne stehen, haben sie unterschiedlich viel Macht. Diese wiederum färbt auf die Wesen ab, welche demjenigen Planeten stark verbunden sind. Mit etwas Geschick kann man die Sterne also zu seinem Vorteil nutzen, wobei das Spiel auch ohne Rücksicht auf die Astrologie lösbar ist. Trotzdem ein cooles Feature, dass so bisher noch nie dagewesen ist.

Der Stylus im Dauereinsatz
Durch das rundenbasierte Kämpfen kommt selten viel Hektik auf – ideal also für eine reine Magical Starsign Nintendo DS ReviewStift-Steuerung. Die hat Brownie Brown denn auch gut umgesetzt, denn auch Anfänger finden sich in den Menüs schnell zurecht. Zwar muss man sich zu Beginn öfter mal in die Tiefen der Navigation vorwagen, um die eine oder andere Information abzulesen. Mit der Zeit ist man jedoch ganz froh drum, dass auf dem Screen selbst möglichst wenige Infos die Sicht versprerren. Während des Kampfes selbst steht euch ein klassisches Ringmenü zur Verfügung, in dem ebenfalls per Stylus Aktionen oder Items aufgerufen werden können. Da man bekanntlich mit bis zu fünf Mitstreitern unterwegs ist, muss man danach noch die betreffende Spielfigur wählen und der Zauber passiert. A propos Zauber: Der Name Magical Starsign deutet nicht umsonst darauf hin, dass weniger gehauen und mehr gezaubert wird. Grafisch haben die Entwickler die Zauber ganz hübsch gelöst: Ist die Magie gesprochen, zoomt das Programm auf den entsprechenden Charakter und stellt die Effekte in voller Pracht (und etwas verpixelt) dar.

“Wir bauen auf 2D”
Wenn schon klassisches Rollenspiel, dann auch gleich richtig. Magical Starsign wurde komplett in 2D gehalten, wobei gezeichnete Hintergründe mit pixeligen Sprites zusammenarbeiten. Was bei der Story beginnt, setzt sich bei der grafischen Präsentation Magical Starsign Nintendo DS Reviewallgemein fort: Die Entwickler setzen auf ungewohnte Farben, schräge Feinde und phantasievolle Landschaften. Damit mag das Spiel nicht unbedingt jedermanns Sache sein, wer sich aber auf das Abenteuer einlässt, wird kaum enttäuscht werden. Der Sound wandlet auf üblichen Pfaden und bricht weniger aus dem Konzept aus, als die Grafik. Dabei verhält es sich wie immer: Einzelne Melodien wissen zu gefallen, andere nerven nach ein paar Wiederholungen tödlich.
Erwähnenswert ist vielleicht noch der Mehrspielermodus. Jeder Mitspieler benötigt ein Modul, danach kanns losgehen. Ihr könnt euren Kollegen via Magical Starsign ein Ei zukommen lassen. Wird dieses ausgebrütet, schlüpft eine neue Spielfigur, die euch ab sofort auch im Singleplayer zur Verfügung steht. Direkt gegeneinander antreten ist leider nicht möglich, man kann jedoch indirekt seine Mitspieler auslotsen, indem man im Kampf Spieler gegen Computer am meisten oder die stärksten Monster umlegt.

Fazit
Magical Starsign zeigt sich erfrischend anders und doch angenehm vertraut. Während spielerisch das Rad nicht neu erfunden wurde, ist die etwas wilde Story zusammen mit den abstrusen Szenarios gewiss einzigartig. Dank der gelungenen Steuerung finden auch Neueinsteiger rasch Zugang zum Spiel, wobei man sich von den schrägen Designaspekten einfach nicht abschrecken lassen darf. Toll die Idee mit den Planeten und dem Horoskop, gelungen auch die allgemeine technische Umsetzung des Games. Wer schon auf dem GBA Rollenspiele gezockt hat, sollte sich dieses Werk auf jeden Fall zu Gemüte führen.

Wertung Magical Starsign Nintendo DS
USK: ab 6 Jahren
PEGI: 7+
Multiplayer: 6 Spieler
Sprache: D, E, F, I
Preis: CHF 69.-
Website: www.nintendo-europe.com


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