Resident Evil - Deadly Silence Nintendo DS Review

Resident Evil Deadly Silence Nintendo DS ReviewSchnappt euch eine dicke Knarre, zielt genau und kennt keine Gnade - denn die Zombies tun dies auch nicht. Resident Evil ist wieder unter uns und ganz in alter Form. Nach Ausflügen auf praktisch jede erhältliche Konsole (und natürlich auch den PC), erreicht uns endlich auch die langerwartete Nintendo DS Version. Ob die wortwörtlich haarsträubende Stimmung des Originals auch auf den kleinen DS Bildschirmen rüberkommt, erfahrt ihr in unserem Review.

Für alle, die die Originalstory verpasst haben: Ein geheimnisvoller Virus sorgt dafür, dass sowohl Tiere als auch Menschen bei einem Angriff zwar sterben, bald aber als ziemlich hässliche Zombies durchs Haus fleuchen. Anders als bei den klassischen Zombie Filmen aus Kino und Fernsehen, geht es hier aber nicht primär um Masse, sondern eher um Qualität: Die Zombies warten meist den passenden Horrormoment ab, um einen dann einen gewaltigen Schrecken einzujagen. Der Spieler übernimmt übrigens einmal mehr die Rolle eines Spezialeinheitenmitglieds mit dem Ziel, so richtig aufzuräumen und den Virus letzt endlich zu beseitigen. Auf gehts!

Villa kunterbunt
Die Story des Nintendo DS Games Deadly Silence lehnt sich stark ans Original und Resident Evil Deadly Silence Nintendo DS Reviewschickt den Spieler deshalb in die grosse, alte und verkommene Villa. Die unzähligen Zimmer und Gänge wollen natürlich gut erforscht werden und nebst Untoten gibt es auch sonst so einige Überraschungen. Zuerst darf man zwischen Chris Redfield oder Jill Valentine wählen, wobei diese Wahl bereits den Schwierigkeitsgrad bestimmt. Grundsätzlich ist es mit Chris einfacher, da er mehr Treffer einstecken kann und auch ziemlich gut austeilt. Jill hat jedoch auch ihre Vorteile: Sie ist besser beim Schlösser knacken, hat ein grösseres Inventory und erkennt auch wichtige Gegenstände eher. Ansonsten sind die Charaktere ebenbürtig.
Der Spieler steuert die Figuren aus der Third-Person-Perspektive. Diese ist relativ starr und sorgt damit oft etwas für Unmut - manchmal bedeutet nach vorne laufen eben nicht nach vorne laufen, wenn die Spielfigur mit dem Gesicht zum Gamer steht. Aber mit der Zeit gewohnt man sich problemlos an die (übrigens altbekannte) Methode.

Qual der Wahl: Rebirth oder Original?
Falls es tatsächlich noch Wesen unter uns geben sollte, die Resident Evil nicht Resident Evil Deadly Silence Nintendo DS Reviewkennen: Hier ist eure Chance. Der Spielmodus “Original” enthält nämlich das komplette Evil-Abenteuer als mehr oder weniger genauen Port von der PSOne. Die Grafik ist etwa ebenbürtig, die Rätsel, Storyaspekte und Figuren (und sogar die Zombies an jeder Stelle) sind genau dieselben. Das mag Neulinge kaum stören, alte Hasen sind aber sicherlich etwas enttäuscht. Wieso man hier nochmals die originale Story mit allem drum und dran verbraten hat…? Enttäuschend ist auch, dass vom guten alten Resident-Evil-Horrorflair recht wenig übrig geblieben ist. Die Screens des DS sind trotz der überzeugenden Grafik (mehr weiter unten) einfach zu klein, um die Atmosphäre des Originals treffend rüberzubringen.
Packender und für den Nintendo DS um so geeigneter ist der “Rebirth” Modus. Hier kommt endlich die gesamte Palette an Steuerungsoptionen zum Einsatz, die man auch im Original schon hätte anwenden können - ein bisschen Änderungen hätten der angestauben Story, wie schon gesagt, ja gut getan. Der “Rebirth”-Modus zeichnet sich durch einige neue Rätsel aus (einige Resident Evil Deadly Silence Nintendo DS Reviewdavon recht knackig), den häufigen aber sinnvollen Einsatz des Stylus sowie ein paar lustige Features wie das Beleben per “echter Mund-zu-Mund-Beatmung”. Mit anderen Worten: Man darf ins Mikro blasen wie schon bei Mario Kart zum Aufblasen der Luftballons. Witziger Einfall!

Egoshooter :O?
Ebenfalls zum “Rebirth”-Modus gehört der gelegentliche Wechsel in die Egoperspektive. An gewissen Schlüsselstellen im Spiel wechselt das Game automatisch in die Ich-Perspektive. Ausgerüstet mit Messer (Spielfigur) und Stift (Spieler) darf man so gegen “verzombte” Viecher und Hunde antreten. Das sorgt, vor allem zusammen mit den neuen Rätseln, doch für recht viel Abwechslung und bringt auch Altgediente wieder auf Trab. Allgemein wird in diesem Modus etwas mehr geschossen, gekämpft und gejagt als im Original, was aber der Stimmung keinen Abbruch tut. Gelungen!
Ebenfalls neu ist der Mehrspielermodus. Bis zu vier Gamer dürfen gegeneinander oder kooperativ auf einer Karte antreten, wobei vor allem der kooperative Modus recht durchdacht ist. Alle vier Spieler müssen nämlich das gleiche Haus durchkämmen, beginnen jedoch an ganz unterschiedlichen Orten. Um die Sache noch etwas spannender zu machen, gibt es nur eine, allgemeine Lebensenergieanzeige. Alle sind also auf einander angewiesen - einer für alle, alle für einen, möchte man da meinen. Spielt man gegen die menschlichen Mitspieler, muss jeder aus seinem Teil des Hauses so schnell wie möglich verschwinden - wer als erster draussen ist und das blutigste Messer hat (nein, nicht wirklich - ihr wisst, was ich meine?), hat gewonnen. Enttäuschend ist jedoch die Darstellung: Die Mitspieler kann man nämlich physisch gar nicht sehen, sondern nur auf der Karte als Symbol entdecken. Womit auch das Geheimnis gelüftet wäre, wieso man immer in unterschiedlichen Teilen des Hauses startet..

Technik: Ganz nett!
Grafisch zeigt sich Resident Evil: Deadly Silence von seiner guten Seite. Abgesehen Resident Evil Deadly Silence Nintendo DS Reviewvon der Mehrspielerpanne (siehe oben) werden sowohl Spielercharaktere als auch Monster attraktiv animiert und recht flüssig dargestellt. Die Gänge sind düster, aber überblickbar; allgemein ist das Niveau auf jeden Fall auf PSOne Level. Überraschend gelungen sind die Soundeffekte. Dank Stereoqualität kann man die Richtung, aus der die Gegner schlurfend ankommen, richtig gehend hören. Dazu gibts noch einen Bonus: Die Spielfiguren haben nämlich Stimmen erhalten und tauschen sich oft über das eine oder andere aus. Dass ein paar der eingebauten Witze nicht wirklich so der Hammer sind, stört da auch nicht weiter.

Fazit
Um ehrlich zu sein: Ich war ein bisschen enttäuscht. Die Stimmung des Originals und auch des ersten Kinofilms fehlt leider komplett - auch wenn im Original sämtliche Schlüsselszenen enthalten sind. Vermutlich liegt dies tatsächlich an den kleinen Bildschirmen, denn das Game wurde doch recht ansprechend umgesetzt. Grafisch gibt es kaum etwas zu meckern und dank des “Rebirth”-Modus sind sowohl Anfänger wie auch Fortgeschrittene glücklich. Der gut angedachte, aber dann schlecht ausgeführte Mehrspielermodus passt irgendwie nicht so recht ins Bild. Objektiv gesehen ist Resident Evil Deadly Silence nämlich ein gutes DS Spiel, dass auch mal etwas Unterhaltung abseits von den farbigen Nintendo Welten bringt. Wer die Resident Evil Reihe kennt, sollte unbedingt mal reinschauen!

Mehr Screenshots gibts hier!
Wertung Resident Evil Deadly Silence Nintendo DS
USK: keine Jugendfreigabe
PEGI: 16+
Multiplayer: 4 Spieler
Sprache: D, E, F
Preis: CHF 69.-
Website: ww2.capcom.com/ResidentEvil/


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