Battles Prince of Persia Review

Simon Lutstorf, 21. Februar 2006 15:30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare


Wer auf der Rückseite von Battles: Prince of Persia kurz nachliest, um was es sich handelt, wird überrascht sein. Sammle bis zu 200 Karten? Spiele einen von insgesamt 9 Feldherren? Richtig, das tönt nach Strategie. Im Gegensatz zu all seinen Vorgängern tanzt “Battles” aus der Reihe und empfiehlt sich als echtes, rundenbasiertes Strategiegame. Mehr im Review!

Die Story von Battles of Prince of Persia ist relativ komplex. Angesiedelt zwischen den Vorgängern, mag sie für Kenner der Materie ganz aufschlussreich sein, für Aussenstehende wirkt das Ganze aber eher verwirrend. Deshalb verzichten wir hier jetzt lieber auf einen kurzen Anriss und stürzen uns sofort ins Getümmel, äh, Gesammel!

Magic für Anfänger
Wer kennt Magic: The Gathering nicht? Das Kultkartenspiel stützt sich vor allem auf eine Säule: Den Sammeltrieb der Spieler. Den nur wer die richtigen Karten zum richtigen Zeitpunkt einsetzt, kann als Gewinner aus einem Spiel hervorgehen. Während der Zeitpunkt Sache des Gamers ist, hört das richtige Deck (=die richtige Kartenzusammenstellung) auch etwas aufs Portemonnaie..
Anders bei Battles of Prince of Persia. Dort wird zwar auch mit Karten gespielt, Geld muss man aber (ausser für den Kauf des Games) keines einsetzen. Könner dürfen zu Beginn ein eigenes Deck zusammenstellen während Anfänger ruhig ein bestehendes übernehmen oder abändern dürfen. Danach stürzt man sich in die rundenbasierten Schlachten und spielt so lange, bis jeder seine Befehlspunkte aufgebraucht hat.
Einheiten werden durch den Einsatz von Karten bewegt und herumbefohlen. Jede Karte besitzt eine Anzahl an Bewegungspunkten. Damit darf man auf dem Touchscreen aus der Vogelperspektive Armeen und Soldatengrüppchen rumscheuchen. Zusätzliche “Glückskarten” bestimmen, ob man zum Beispiel die doppelte Bewegungsreichweite hat, eine Einheit stärker werden lässt oder zufälligen Schaden ausführt.

Kein Glücksspiel
Trotz der Glückselemente im Spiel wird “Battles” nie zu einem Zufallsspiel. Unzählige Faktoren entscheiden über Sieg und Niederlage. Die Moral der Truppen, die Landschaften, Einheitengrösse, Flanken- oder Direktangriffe, Schützen oder Fusstruppen: Battles of Prince of Persia zeigt sich angenehm komplex, ohne jedoch wirklich kompliziert oder gar unübersichtlich zu werden. Während die Einheiten auf dem Touchscreen verschoben werden, bietet der obere Screen je nach Wahl Einheiteninfos, taktische Karteninfos oder die Siegesbedingungen an. So ist im Normalfall jederzeit die Übersicht garantiert, was bei den oft langen Missionen auch nötig ist. Die Hauptkampagne von Battles zieht sich über satte 24 Einsätze. Wer sich etwas Zeit nimmt und ins Spiel einarbeitet kann mit der Kampagne eine Menge Spass haben, da das Spiel auch längerfristig Spass macht. Je weiter man vorwärts kommt, desto mehr Karten werden dem Deck hinzugefügt und desto mehr Möglichkeiten besitzt man. Sehr motivierend!

Steuerung und Mängel..
Battles of Prince of Persia steuert sich denkbar einfach. Die meisten Aktionen oder Kommandos kann man mit dem Stylus eingeben, wobei Drag&Drop ganz klar der Favorit der Entwickler ist - mit recht. Auch Anfänger (wie ich…) finden sich schnell zurecht, was besonders für den Mehrspielermodus wichtig ist. Dort ist es möglich, via WLAN oder an einem Gerät gegeneinander zu spielen. Sämtliche 24 Karten stehen dabei offen, zudem lassen sich praktisch alle Optionen (von den Siegesbedinungen bis hin zu den Decks) selbst festlegen.
Leider gibt es über “Battles” nicht nur Positives zu berichten. So ist die Steuerung zwar meistens okay, versagt aber gerade bei relativ einfachen Aktionen. So fällt das Sortieren der Karten doch etwas schwer und hätte sicherlich besser gelöst werden können. Wer auf grafische Orgien steht ist zudem bei “Battles” auch am falschen Ort: Die Grafik kann höchstens als zweckmässig beschrieben werden. Die Actionsequenzen sind zwar nett, aber auch nicht überragend. Wenigstens macht der Soundtrack mit seinen orientalischen Melodien Laune und täuscht so über die zweifelhafte Grafik hinweg. Aber seien wir ehrlich: Strategiespieler waren sich selten Anderes gewohnt.

Fazit
Strategiespiele sind auf dem Nintendo DS eher dünn gesät. Und da Battles of Prince of Persia keine wirklich schwerwiegenden Nachteile hat, darf man das Game an alle Strategieliebhaber uneingeschränkt empfehlen. Kleine Schwächen in der Deckverwaltung sowie der Grafik sind zwar unschön, stören aber das Spielprinzip eigentlich nicht oder nur am Rande. Action- und Adventurefreunde dürften aber mit der neusten Prince of Persia Auskopplung wenig anfangen können.

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: ohne Altersbeschränkung
PEGI: 12+
Multiplayer: 2 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 69.-
Off. Website: www.ubisoft.de

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